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日志


7月16日

Motorradtour

Es ist Montagmorgen 5:45 Uhr. Ich habe heute frei und steige voller Tatendrang aus meinem Bett. Für die Schule würde ich niemals so früh aufstehen und mit der Arbeit beginne ich im Normalfall erst um 9.00 Uhr.

Heute will ich mich mit meinem Motorrad in den Alpen herumtummeln, möglichst viele Pässe sollen es werden.

So  zum aufwärmen bin ich bereits um 7.00 Uhr auf dem Albispass und geniesse die Aussicht über den Zürichsee. Doch Zeit zum verweilen bleibt noch nicht, eine kurze Abfahrt und dann geht es auf direktem Weg ins Bündnerland. Bei Landquart biege ich ab ins Prätigau. Langsam aber sicher spüre ich die Kälte, welche sich in den engen Alpentälern noch nicht hat vertreiben lassen. Ich geniesse einmal mehr die Griffheizung meines Motorrades.

Um 9.00 Uhr bin ich dann auf dem Flüela angekommen. Ich mache kurzen halt und lasse meinen Körper von der Sonne wärmen. Den Bär, welcher am selben Tag auf dem Flüela gesichtet wurde, bin ich leider nicht begegnet. Der Flüela ist von der Davoser Seite her wunderschön zum fahren, grosse weite Kurven und äusserst übersichtlich.

Weiter geht es hinunter nach Zernez und dann hinauf auf den Ofenpass. Dort kommt schon wieder Ungemach auf mich zu, der Reissverschluss meiner Jacke haucht seine Seele aus. Mit ein wenig Geschick kann ich den Reissverschluss jedoch nochmals zusammensetzen und hoffe, dass er bis am Abend hält. Am Ofenpass hat mir vor allem die wilde Landschaft des Nationalparks gefallen, zum Motorradfahren ist er nichts aussergewöhnliches, lange, gerade Strecken, auf denen ich sicher zu schnell unterwegs war. Ich kehre um und nehme die Abzweigung nach Livignio in Italien.

Dort erwartet mich der Pass von Livignio. Gemäss Verkehrszeichen darf man dort nur mit 50 hinauffahren, aber ja, wenn interessiert dies in Italien schon. Die Strecke hat kaum Kurven und eine schmale Strasse, nichts besonderes.

Von dort geht es sozusagen direkt auf den Berninapass. Wieder weite Kurven eine super Strasse, bei der man mit dem Motorrad in die Kurven liegen kann, bis die Fussrasten funken.

Kaum unten geht es schon wieder rauf auf den Albula. Die schmale Strasse mit den vielen engen Kurven lässt einem ganz schön ins schwitzen kommen. Wenn man seinen Rhythmus dann jedoch gefunden hat ist er wunderschön zum fahren und Verkehr hatte es auch fast keinen. Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter Richtung Tiefenkastel. Meine Hinterbremse will nicht mehr, der Bremsdruck ist weg und ich muss eine kurze Pause machen, damit sie sich wieder abkühlen kann.

Unten angekommen jage ich mein Motorrad wieder hinauf auf den Julier, die Strasse ist super zum fahren, von Tiefenkastel bis Savognin ist die Strasse neu gemacht, einfach genial.

Nach der kurzen Abfahrt vom Julier geniesse ich die wunderbare Landschaft des Oberengadins, hier würde es sich leben lassen.

Die Anfahrt zum Malojapass gleicht im Engadin nicht einer Passfahrt, es geht eben weg bis nach Maloja, wo man dann das Gefühl kriegt, am Ende der Welt zu sein. Senkrecht führt die Strasse ins Tal hinab. Ich hasse das steile Abwärtsfahren, zum Glück ist die Strasse relativ breit. Zum Hinauffahren sicher ein riesiger Genuss.

Jetzt geht es weiter über Italien zum Splügenpass. Auf der Seite der Italiener ist die Strasse eng und sehr steil. Man kämpft sich von etwa 500 m.ü.m wieder hinauf auf 2113 m.ü.m. Langsam aber sicher spüre ich eine gewisse Müdigkeit, meine Arme werden schwer. Mein Kopf lässt ein Ende der Passfahrt jedoch noch nicht zu.

Nach dem Splügen ist man nahe am San Bernardino, welchen ich dann auch noch schnell fahre. Enge Spitzkehren, aber kein Verkehr, so macht es spass. Auf dem Pass ist es nun definitiv aus mit meiner Jacke. Der Schlitten ist ganz weggeflogen und hält die Jacke nicht mehr zusammen, mal sehen wie es weiter geht. Die Abfahrt gehe ich mit etwas mulmigem Gefühl an, hatte doch die Bremse schon wieder Aussetzer. Kurz vor Bellinzona besorge ich mir in einer Tankstelle ein par „Schliessgufen“ um meine Jacke zusammen zu flicken.

Weiter geht die Fahrt hinauf auf den Lukmanierpass. Wenig Verkehr, übersichtliche Strecke, genial zum Fahren. In der Zwischenzeit ist es 16.00 Uhr geworden und es ist mir klar, das ich nicht mehr mag. Die Kraft in den Händen fehlt und die Konzentration hat auch nachgelassen. Auf schnellstem Weg geht’s nach Hause, dass da noch der Oberalp im Weg steht, ist eine glückliche Nebensache.

Nach 12 Stunden, 12 Pässen und über 800 Kilometer bin ich dann um 19.00 Uhr wieder Zuhause angekommen. Selbst 4 Stunden später als ich mich ins Bett lege vibriert mein Körper noch und das Tippen dieses Berichtes heute ist mir auch nicht leicht von der Hand gegangen. Aber eines habe ich gemerkt, mein Herz ist aus Stein, es gehört den Bergen, der wunderschönen Landschaft in die ich mich immer wieder verliebe.    

7月6日

Einsam

Ich sitze zuhause und irgendwie fühle ich mich einsam. Vor einer Woche ist mein erstes Schuljahr mit einer Intensivwoche zu ende gegangen. Nun habe ich mit meinem Praktikum in einem Arbeitstraining begonnen. Als Gruppenleiter führe ich täglich 7 – 9 Jugendliche durch ihren Arbeitsalltag.

Seit langem wieder einmal ein Job, bei dem man am Abend aus der Werkstatt laufen kann und die Probleme und Gedanken beim Ausgang deponieren kann. So kommt man nach Hause und hat alle Möglichkeiten, keine Gedanken die einem lähmen, keine Gedanken die Anderes verdrängen. Aber irgendwie ist es, wenn man den ganzen Tag um so viele Leute ist, etwas einsam. Irgendwie fehlt das Salz in der Suppe.

Nun machen wir eben das Beste draus und nutzen die Zeit für Sachen, für die wir im letzten Jahr kaum noch Zeit hatten.