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Betzgi

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Langsam aber sicher werde ich alt:-) Ich geniesse es zwischendurch mal etwas Ruhe zu finden und etwas ab zu schalten.
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Rolandwrote:
Hoi Betzgi,
Danke für din Iitrag i mim Gästebuech. Ich befolg jetzt din Wünsch glichfalls und hinterla da mini Spure. Ein schöne erste August wünsch ich dir ebefalls.
 
Übrigens: Bi dem Herr handelts sich um de Herr Hitchcock, nöd um de Gorbatschov, aber das isch es chlises Detail...Smiley mit herausgestreckter Zunge
Aug. 1
Betzgiwrote:
So jetzt isch emal es Gb da, ich würd mich freue, wenn du dini Spure bi mir hinterlasch!!
May 26

Betzgi

Einblicke in ein ganz normales Leben
April 29

Lager

Endloslange ist es her seit ich einen Beitrag für meine eigene Seite geschrieben habe, es wird höchste Zeit wieder einmal etwas zu schreiben. Ich sitze gerade in der Schule und geniesse eine wunderbare Stunde Evangelistik, ich bin irgendwie nicht bereit dafür. Ich komme aus einer Lagerwoche mit dem Geschäft und habe immer noch die vielen Eindrücke in meinem Kopf. 46 Kinder und viele Leiter haben dieses Lager in Weggis zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Wir durften eine Aussicht aus dem Lagerhaus geniessen, wie ich es noch nie gesehen habe. Blick über den Vierwaldstättersee bis nach Luzern und ein wunderschöner Sonnenuntergang durften wir am ersten Abend geniessen. Danach war es dann leider vorbei mit dem schönen Wetter und ab dem Montag regnete es fünf Tage ohne Unterbruch. Das Haus war nicht gerade Ideal für das schlechte Wetter. Die grossen Vorzüge wie die Spielwiese und der Umschwung konnten nur noch bedingt genutzt werden. Die Räume im Haus waren relativ eng für über 60 Personen. Die Wanderung mussten wir wegen Steinschlaggefahr nach dem langen Regen absagen.
Die vielen guten Begegnungen und Gespräche mit den Mitleitern und den Kindern entschädigten für die äusseren Umstände. Die vielen glücklichen Kindergesichter tragen mich durch den monotonen Schulalltag und  lassen mich beharrlich an meinen Zielen arbeiten.

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March 26

Zeit vergeht

Wie die Zeit doch vergeht, habe ich mich eben erst noch über meine aktuelle Situation beschwert, geht es mir schon wieder viel besser. Vieles, was so schwer und erdrückend erschien, lastet nun doch nicht so schwer auf meinen Schultern. Viele Freunde und Kollegen haben mir ihre Unterstützung angeboten. Tatkräftig im Wort mit einem Gebet oder guten, echten Aufmunterungen und Anteilnahme aber auch wirklich tatkräftig, in dem sie mir Arbeiten abgenommen haben. Einfach schön, wenn man diesen Rückhalt so spüren darf.

Am 14. März durfte ich meinen 31. Geburtstag feiern. Ich war überwältigt, wie viele Personen daran dachten, das hat mich richtig aufgestellt. Kurz zuvor hatten meine Gotte und mein Götti Geburtstag. Ich nutzte die Chance, wieder einmal mit Ihnen zu Plaudern und rief zu kurzerhand an, es war schön sie wieder einmal zu hören und ich musste merken, dass sie nach wie vor an mich denken und sich für mich interessieren, einfach wunderbar.

 Nun die nahe Zukunft wird die eine oder andere Aufgabe geben, die es zu meistern gilt. Ich bin überzeugt, dass ich auch diese Aufgaben mit Gottes Hilfe schaffen werde und freue mich darauf diese Brocken aus dem Weg zu schaffen und sie hinter mir zu lassen.

February 14

Machtlos

Im Moment stehe ich an einem Punkt, wo ich das Gefühl habe, es geht nicht mehr weiter.  Zu viele Aufgaben prasseln auf mich ein, soviel muss gelöst werden, so viel belastet mich, ohne dass ich es ändern könnte. Ich frage mich, was soll das, was habe ich getan, dass mir diese Prüfung gestellt wird? bin ich bei Gott so in Ungnade gefallen, soll es mir gehen wie Hiob in der Bibel? Was soll ich nun tun, auf was soll ich mich konzentrieren. Es ist soviel, dass ich gar nicht weiss wo anfangen, wo soll ich den ersten Schritt machen, wo kann ich überhaupt den ersten Schritt machen! Soviel das auf mir lastet kann ich nicht mal verändern, ich muss es hinnehmen, meine Belanglosigkeit, meine Unwichtigkeit zur Kenntnis nehmen und sie ertragen.  Warum nur, womit habe ich das verdient.

Meine Freundin spricht kein Wort mehr, seit sie vom Tierarzt bescheid bekommen hat, dass sie nie mehr auf ihrem Pferd wird reiten können. Für sie ist die ganze Welt, welche sie sich in den vergangenen 5 Jahren aufgebaut hat innerhalb eines winzigen Augenblickes zusammengebrochen. Was hat alles gebracht, das sie in den vergangenen Jahren so beharrlich aufgebaut hat, wenn es jetzt vorbei ist? Ich versuche ihr Kraft und Unterstützung zu geben aber was soll ich tun, ich sehe die Hilfe nicht die ich ihr anbieten könnte.

Daneben sehen die restlichen Probleme gerade klein und unwirklich aus, trotzdem schweben sie über mir wie ein Damoklesschwert, welches jederzeit herunterfallen kann. Neben der hohen Belastung in der Schule und der Angst, die Abschlussprüfungen in zwei Fächern nicht zu schaffen,  stehen noch die Umplazierung unseres Vereinshauses, Ein WK zur dümmsten Zeit, genau dann wenn die wichtigsten Rägi Sportcamp arbeiten laufen müssten und ein gewisses Unbehagen an meinem Arbeitsplatz.

Im Moment weiss ich echt nicht wo mir der Kopf steht. Einfach rausgehen davon, alles hinter mir lassen und es dem nächsten überlassen die Probleme zu lösen? Ich würde mich am liebsten in mein Schneckenhaus verziehen und mal einen oder zwei Monate nicht herauskommen. Einfach nur für mich sein, das machen was mich aufbaut und mich am Leben hält. Ich suche krampfhaft nach halt und habe ihn noch nicht gefunden. Ich flehe zu Gott und kriege keine Antwort, keinen Haltegriff, nur nochmals und nochmals einen Schlag in mein Gesicht. 

Ich denke zurück an die vergangenen 6 Tage unter einfachsten Verhältnissen in Belarus. Ich konnte diese ganze Last welche auf mir lag für ein paar Tage vergessen und meinen Kopf durchlüften.  Es hat gut getan, doch leider hat mich der Alltag wieder und er ist mit unerwarteter Härte zurückgekommen, wie ein Sandsturm, der dir ohne Vorwarnung ins Gesicht schiesst, wie ein Tornado, der dich überfährt, wie ein Lastwagen der dich mit vollem Tempo überrollt. Herr gib mir ein Zeichen und hilf mir auf Herr zeige mir den richtigen Weg, bevor ich vollends untergehe und nicht mehr auftauchen kann.  

January 15

Kündigung der Freundschaft

Ist es auch schon vorgekommen, dass du jemandem die Freundschaft künden wolltest? Was muss geschehen, dass man jemandem die Freundschaft kündigt?

Nun ja, Freundschaft ist für mich eine Bindung zwischen zwei Personen, welche mich trägt und ich auch bereit bin, zu tragen. Eine solche Bindung sollte tragfähig sein und einem über noch so manche Krise hinwegtragen. Freunde halten einem den Spiegel vor und sind schonungslose Kritiker, welche sich nicht scheuen Fehler anzusprechen oder einem darauf hinzuweisen.

Eine Kündigung ist ein Verlust, ähnlich wie im Geschäftsleben verliert man bei einer Freundschaft eine gewisse Gegenleistung die man erhält. 

Es gibt für mich kaum einen Grund um eine Freundschaft zu kündigen, die Distanzen und Diskrepanzen müssten endlos gross sein. Wenn jemand meine direkte und ehrliche Art nicht ertragen kann, ja dann kann ich das nur begrenzt ändern. Wer sich von mir nicht den Spiegel vorhalten lasen will, muss mir wohl aus dem Weg gehen.

Es ist mir bewusst, dass mich nun einige Personen als extrem abstempeln werden, als Extremist  der keine Kompromisse eingehen will und nur seine eigenen Ideen verfolgt ohne Kompromisse einzugehen. Ich selbst habe jedoch die Erfahrungen gemacht, dass ich mit meiner offenen direkten Art fast immer auf der Gewinnerseite war. Ob in der Schule, meinem Arbeitsplatz oder unter Freunden, ehrliche konstruktive Kritik bringt mich und mein Gegenüber weiter. Die Mutter meiner Ex Ex Ex Exfreundin hat schon immer gesagt „ der wird wieder mit dem selben Gesicht glücklich“ und irgendwie trifft das immer wieder zu, zwischenmenschliche Probleme können nur zwischen den Menschen gelöst werden, welche zusammen auch das Problem haben.

Begegnungswoche oder Klassenlager für Erwachsene

 

Vergangene Woche sind wir von der Schule aus in der Begegnungswoche in Seewis gewesen. Mit über 90 Personen zwischen 20 und 60 Jahren verbrachte ich eine spannende Woche über dem Nebel. Immer wieder gab es faszinierende Momente und anstrengende Nächte. Zusammen mit Vreni einer Mitstudentin Bot ich einen Workshop in Nothilfe an. Leider meldeten sich nur zwei Personen an, dafür waren sie um so engagierter dabei und zeigten vollen Einsatz. Den zweiten Nachmittag verbracht ich in der Turnhalle beim Unihockey Workshop, eigentlich dachte ich immer ich sei recht gut in diesem Sport, aber dieser kleine Workshop hat mich eines besseren Belernt. Ich hatte kaum eine Chance um jemals auf das Tor zu schiessen.

Der Dritte Nachmittag stand dann ganz unter der Vorbereitung zum Schlussabend. Ich liess es mich jedoch nicht nehmen ein Stunde aus dem Trubel zu fliehen und einfach nur die wunderbare Bergwelt zu geniessen, aber dies ist alleine schon einen Eintrag wert.

Der Schlussabend unter dem Motto Wild West mit einem riesigen über 90 Personen verteilten und 3 Stunden dauernden Rollenspiel war einfach genial. Super Stimmung und der riesige Aufwand hatte sich gelohnt. Ich war immer wieder überrascht, wie alle Teilnehmenden i dieser Woche zueinander standen und einander unterstützten, musste irgend etwas von A nach B gebracht werden, bei mir war es mehrmals die Tontechnik die gezügelt werden musst, hatte es immer ein paar helfende Hände welche zupackten und einem unterstützten. Heimlich wünschte ich mir, dass auch sonst mehr so bedingungslos geholfen würde. Man kann es fast ein bisschen mit einem Ameisenstamm vergleichen, viele Helfer bewältigen eine grosse Aufgabe dadurch, dass jeder einen kleinen Betrag leistete, einfach genial.

Unser Schlafzimmer wurde Abendlich jeweils für gute Diskussionsrunden bei Gebäck und Wein genutzt. Einfach zusammensitzen über die Positionierung der Schule, den Glauben, den Lebensstiel und das eigene Verständnis der Bibel zu diskutieren, war sehr wertvoll und gab Energie, sich weiter mit diesen Fragen  auseinander zu setzen.Die 6 Stunden Schlaf welche wir jeweils in der Nacht geniessen durften, stellten sich jedoch als zu mangelhaft heraus und die Nachwehen nach der Woche entsprechend gross. Leider war das Haus so weitläufig, dass es manchmal schwierig war, einander zu begegnen und Kontakte zu knüpfen. Nichts desto Trotz habe ich diese Woche sehr genossen und nach einer kurzen (Schlaf) Pause hätte ich gleich wieder in der Gruppe einkehren können.

Schule

Lange ist es her, seit ich meinen letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Die letzten fünf Wochen durfte ich in den Ferien verbringen. Also so richtig Ferien waren es ja nicht, aber es war eine Zeit in der ich Distanz von der Arbeit und der Schule gewinnen durfte. Einfach mal in den Tag hinein leben, lange schlafen und spät ins Bett gehen. Ich durfte merken, dass ich meine besten Zeiten in der Nacht zwischen  22 und 3 Uhr habe. Ja nun hat mich der Alltag wieder und ich darf oder muss wieder zur Schule gehen zurzeit ist es eher ein Muss, nach so langer Zeit der Ferien und Lager fällt es mir schwer den Einstieg wieder zu schaffen. Einen ganzen Tag im Schulbank zu sitzen und den Dozenten zuzuhören war noch nie meine Stärke aber in der momentan so tristen Zeit fällt mir der Einstieg besonders schwer.Manchmal frage ich mich, warum ich das ganze auf mich nehme, es kostet viel Geld und macht im  Moment nicht sonderlich Spass. Einfach alles hinzuwerfen und ein bisschen mehr zu arbeiten wäre eine reizvolle Alternative. Ich spüre jedoch, dass ich sehr viel Profitiere, wieviel würde ich jedoch profitieren wen ich mit Freude und Engagement zur Schule gehen würde? Ich war schon immer ein Macher und nicht ein Denker aber ja mit dem muss ich mich im Moment abfinden. Im Sommer ist das Zweite Jahr vorbei (falls ich die Abschlussprüfungen bestehe) und ich habe einige Wochen Zeit um mich zu regenerieren. Und meinen Kopf zu lüften. Und in ein paar Wochen habe ich die Möglichkeit nach Belarus zu reisen und ein paar alte Eindrücke neu aufleben zu lassen.

September 25

Arbeiten

Mit Geld können wir kaufen:
Ein Bett- aber keinen Schlaf
Bücher- aber keine Weisheit
Essen- aber keinen Appetit
Schmuck- aber keine Schönheit
Häuser- aber keine Gemeinschaft
Medizin- aber keine Gesundheit
Luxusartikel- aber keine Freude
Allerlei- aber kein Glück
Sex- aber keine Liebe
Sogar eine Kirche, aber niemals den Himmel

Warum sind wir dauernd am arbeiten? Wir können uns ja nur materialistisches, irdisches, von Menschenhand geschaffenes kaufen. Werden wir zu glücklicheren Menschen wenn wir uns mehr kaufen können? Was ist unser Antrieb zu arbeiten? Mein Luxus, mein Ansehen, meinen Namen!?

Dazu eine Geschichte, die mich immer wieder zu mir finden lässt.

Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick. Und da aller guten Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick.

Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach einer Zigarettenschachtel angelt; aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum messbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist - der Landessprache mächtig - durch ein Gespräch zu überbrücken versucht.

"Sie werden heute einen guten Fang machen."
Kopfschütteln des Fischers.

"Aber man hat mir gesagt, daß das Wetter günstig ist."
Kopfnicken des Fischers.

"Sie werden also nicht ausfahren?"
Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiß liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpaßte Gelegenheit.

"Oh, Sie fühlen sich nicht wohl?"
Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über. "Ich fühle mich großartig", sagt er. "Ich habe mich nie besser gefühlt." Er steht auf, reckt sich, als wolle er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. "Ich fühle mich phantastisch."

Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht: "Aber warum fahren Sie dann nicht aus?"
Die Antwort kommt prompt und knapp. "Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin."

"War der Fang gut?"
"Er war so gut, daß ich nicht noch einmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen..." Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen beruhigend auf die Schultern. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis.
"Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug", sagt er, um des Fremden Seele zu erleichtern. "Rauchen Sie eine von meinen?"
"Ja, danke."

Zigaretten werden in die Münder gesteckt, ein fünftes Klick, der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand, legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen.

"Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen", sagt er, "aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus, und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen - stellen Sie sich das mal vor."
Der Fischer nickt.

"Sie würden", fährt der Tourist fort, "nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren - wissen Sie, was geschehen würde?"
Der Fischer schüttelt den Kopf.

"Sie würden sich spätestens in einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten und dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen - eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden...", die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, "Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisungen geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren - und dann...", wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache.

Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. "Und dann", sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache.
Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat.
"Was dann?" fragt er leise.

"Dann", sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, "dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen - und auf das herrliche Meer blicken."
"Aber das tu' ich ja schon jetzt", sagt der Fischer, "ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört."

Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

Heinrich Böll, 1963

 

Wie war ist doch hier die Feststellung, dass man alles was man zum Leben braucht, schon hat.

Wie gerne würde ich mal auf die berühmte einsame Insel reisen und einige zeit dort verbringen. Ich träume davon, den Strand entlang zu gehen und niemandem zu begegnen, das klare Wasser zu geniessen und den feinen sauberen Sand zwischen den Zehen zu spüren. Die Kokosnuss direkt von der Palme zu pflücken und zu essen. Im Rücken der dichte Urwald und vor mir die weiten des Meeres. Einfach an den Strand liegen, das Rauschen des Meeres geniessen, zusehen wie die Sonne feuerrot im Meer versinkt und die Nacht über die Insel hereinbricht. Den Sternenhimmel im Warmen Sand liegend geniessen und dabei ganz friedlich und ohne Stress einschlafen.

 

Wage es zu Träumen und höre nie damit auf!  

 
Updated 10/18/2006
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